Neuester „Stafette”-Sammelband und Autorenlesung
Wolfgang Fuchs liest aus seinem ersten Gedichtband

Allgemeine Deutsche Zeitung - www.adz.ro - 01.02.2007

is.Temeswar – Die Vorstellung des neuesten „Stafette”-Sammelbands und eine Autorenlesung waren Anlass zu einem Treffen der Mitglieder des gleichnamigen Literaturkreises innerhalb des Demokratischen Forums der Deutschen in Temeswar (DFDT). Es handelt sich um den 12. Sammelband der „Stafette”, dessen Herausgeberin wie üblich Dr. Annemarie Podlipny-Hehn, die Leiterin des deutschen Literaturkreises und DFDT-Vorsitzende, ist. Der 257 Seiten starke Band erschien 2006 im Cosmopolitan Art Verlag und enthält die Arbeiten von über 30 Autoren sowie „Pressestimmen” und anschließend die biographischen Daten jedes Autors.

Die einleitenden Worte sprach die Literaturkreisleiterin. Dr. Podlipny-Hehn, sie stellte auch das jüngste Mitglied der „Stafette” vor: Gabriela Sandor, Lehrkraft am Germanistiklehrstuhl der West-Universität Temeswar. Die Leiterin des Literaturkreises gab auch bekannt, dass Henrike Br²diceanu-Persem, ebenfalls „Stafette“-Mitglied, für den Stefan-Jäger-Preis vorgeschlagen wurde. Über den „Stafette”-Sammelband äußerte sich Ignaz Bernhard Fischer, Literaturkreismitglied und zugleich auch Vorsitzender des Vereins der Russlanddeportierten. Die Anwesenden konnten auch den Film „Hermannstadt – Europäische Kulturhauptstadt 2007” sehen.

Im Rahmen dieses Literaturnachmittags stellte Dr. Podlipny-Hehn auch den Gedichtband “Der Ahn schnitt Rohr” von Wolfgang Fuchs vor, der 2006 im Hermannstädter Honterus Verlag erschienen ist. Das Vorwort zu den Gedichten schrieb Joachim Wittstock, die Illustrationen stammen von Stefan Orth. Vier von Orths Graphiken wurden im AMG-Festsaal ausgestellt. Viele der im Band enthaltenen Gedichte sind der Landschaft gewidmet, aber einige behandeln auch geschichtliche Themen. Hier erwähnte Dr. Podlipny-Hehn die Geschichte der Banater und der Siebenbürger, die nach Russland und in die Bãrãgan-Steppe deportiert wurden. Die Leiterin des Literaturkreises bezeichnet die Gedíchte von Wolfgang Fuchs als eine „in sich ruhende, verklärte Lyrik, zurückhaltend und knapp in der Form”. Auch die Erinnerung an die Kindheit des Dichters spielt eine große Rolle: „Knees/Satchinez bildet immer wieder eine Inspirationsquelle”, so Dr. Podlipny-Hehn. Anschließend trug Wolfgang Fuchs einige seiner im Band enthaltenen Gedichte vor.

Der 1943 in Kronstadt/Brasov geborene Wolfgang Fuchs entstammt einer Lehrerfamilie: Sein Vater, ein gebürtiger Banater (aus Knees/Satchinez) und seine Mutter eine Siebenbürgerin. Wolfgang Fuchs studierte in Temeswar an der Technischen Universität „Politehnica” und war auch in der Stadt an der Bega berufstätig. Er veröffentlichte Beiträge u.a. auch im „Neuen Weg“ und in der „Neuen Banater Zeitung”. Seit 1995 ist Wolfgang Fuchs bei der „Hermannstädter Zeitung“ beschäftigt.

Für die musikalische Untermalung an diesem der Literatur gewidmeten Nachmittag sorgte der Liederkranz des DFDT, der wie gewöhnlich unter der Leitung von Professor Arthur Funk auftrat.